Schritt 2 von 2

Gedanken sortieren: Was will ich eigentlich?

Was willst du für dich klären?

Nur für dich: Was du schreibst, bleibt auf deinem Gerät.

Nichts dabei? Vielleicht geht es doch um eine bestimmte Person.

Wenn du seit Wochen schlecht schläfst, dich erschöpft fühlst oder die Gedanken an die Arbeit nicht mehr abschalten kannst, sprich mit jemandem darüber: mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle. Eine Reflexion ersetzt das nicht.

Kläre erst, was du selbst denkst. Sprich erst danach mit deiner Führungskraft, einer Kollegin oder einem Freund. Sonst übernimmst du leicht die Sicht der ersten Person, die dir zuhört. Wenn du deine eigene Antwort schon einmal aufgeschrieben hast, kannst du die Meinung anderer daneben legen und vergleichen.

Schreib es auf. Im Kopf läuft dieselbe Frage oft immer wieder durch, ohne dass sich etwas bewegt. Auf Papier siehst du, was du sicher weißt, was du nur vermutest und wo dir eine Antwort fehlt. Ein paar unordentliche Sätze reichen für den Anfang.

Finde heraus, welche Frage du eigentlich hast. Willst du zwischen zwei oder drei Optionen wählen? Steht eine Richtung an, etwa bleiben oder gehen? Ist die Lage so verworren, dass du erst verstehen musst, was los ist? Oder hängt dir ein Erlebnis nach? Für jede dieser vier Fragen gibt es oben eine eigene Reflexion mit passender Methode.

Das kannst du dir aufschreiben

  • Zwei Angebote, und du kannst nur eins annehmen

    „Was muss meine Wahl in einem Jahr erfüllen? Ich schreibe drei Kriterien auf und gewichte sie, bevor ich die beiden Angebote dagegen halte.“

  • Bleiben oder gehen

    „Was verliere ich, wenn ich bleibe, und was, wenn ich gehe? Welche dieser Folgen kann ich später noch ändern, und welche nicht?“

  • Alles fühlt sich verfahren an

    „Was soll in vier Wochen anders sein? Was ist heute tatsächlich los, ohne meine Deutung? Was habe ich schon versucht, und was wäre ein erster kleiner Schritt?“

  • Die Präsentation gestern ging schief

    „Was ist passiert, in drei Sätzen? Was sagt mir das über meine Vorbereitung? Was mache ich bei der nächsten Präsentation anders?“

Häufige Fragen

Wie sortiere ich meine Gedanken, wenn alles durcheinander ist?

Schreib zuerst ungeordnet auf, was dich beschäftigt. Dann trennst du: Was ist passiert, was vermutest du, was willst du erreichen? Danach such dir eine einzige Frage aus, die du heute beantworten willst. Die anderen können warten.

Mit Chef reden oder neuen Job suchen?

Du musst nicht beides auf einmal entscheiden. Kläre zuerst, was sich ändern soll, damit du gern bleibst. Dann prüfst du, ob ein Gespräch daran etwas ändern kann. Wenn ja, bereite das Gespräch vor. Wenn nein, vergleiche das Bleiben ehrlich mit dem Gehen.

Ich drehe mich im Kreis. Was tun?

Leg fest, wann du entscheidest, und schreib auf, was du bis dahin noch wissen musst. Fehlt dir eine Information, frag gezielt danach. Fehlt dir keine, triff die Entscheidung mit dem, was du hast, und notiere, woran du später merkst, ob sie gepasst hat.

Wann sollte ich mit jemandem darüber reden?

Sobald du deine eigene Sicht in ein paar Sätzen sagen kannst. Dann hilft dir ein Gespräch, blinde Flecken zu finden.