GROW-Modell
Goal · Reality · Options · Way Forward
Viele Menschen springen direkt zu Lösungen, ohne das tatsächliche Ziel oder die aktuelle Realität zu verstehen. GROW klärt zuerst, wie Erfolg aussieht, bevor mögliche Wege dorthin gesammelt werden.
- Bei einem komplexen Problem festgefahren
- Goal-Reality-Options-Way
- Klare nächste Schritte
Was ist die GROW-Methode?
GROW ist ein vierstufiges Coaching-Modell: Goal klärt das Ziel, Reality den aktuellen Zustand, Options mögliche Wege und Way Forward die verbindliche nächste Handlung. Die Reihenfolge hilft, nicht vorschnell eine Lösung für das falsche Problem zu wählen.
Goal · Ziel
Beschreibe das gewünschte Ergebnis so konkret, dass erkennbar ist, woran du Fortschritt oder Erfolg festmachst.
Reality · Realität
Untersuche den aktuellen Zustand: Was geschieht tatsächlich, was wurde bereits versucht und welche Hindernisse oder Ressourcen gibt es?
Options · Optionen
Sammle mehrere mögliche Wege, bevor du sie bewertest. Berücksichtige dabei auch ungewohnte oder zunächst unvollständige Ansätze.
Way Forward · Nächster Schritt
Wähle eine Option und übersetze sie in eine konkrete Handlung mit Zuständigkeit und Zeitpunkt.
Konkretes Beispiel
Eine Teamleiterin möchte die langen Wartezeiten bei wichtigen Software-Releases verringern.
Goal
Kritische Änderungen sollen innerhalb von drei Arbeitstagen geprüft und veröffentlicht werden können.
Reality
Aktuell dauert es durchschnittlich acht Tage. Übergaben zwischen Entwicklung und Qualitätssicherung bleiben häufig liegen, weil Zuständigkeiten wechseln.
Options
Das Team erwägt eine feste Prüfrotation, kleinere Änderungspakete, gemeinsame Prüftermine und einen Pilotversuch mit nur einem Produktbereich.
Way Forward
Die Teamleiterin startet am Montag einen vierwöchigen Pilotversuch mit fester Prüfrotation und wertet danach Durchlaufzeit und offene Übergaben aus.
Das Beispiel dient der Veranschaulichung. Ziel, Optionen und nächster Schritt müssen zur jeweiligen Situation und zum vorhandenen Handlungsspielraum passen.
Wann diese Methode hilft
Nutze GROW, wenn du bei einem komplexen Problem feststeckst, dich gedanklich im Kreis drehst oder eine Person begleitest, die sagt: „Ich weiß nicht, was ich tun soll.“
Grenzen und Warnsignale
GROW setzt eine ausreichend verstandene Situation und eigenen Handlungsspielraum voraus. Bei Rechts-, Sicherheits-, Gesundheits- oder Krisenthemen ersetzt es keine fachliche Unterstützung.
Wo Reflacto diese Methode einsetzt
Wähle die Situation, die du reflektieren möchtest:
Wichtigste Vorteile
- Verhindert, dass du das falsche Problem löst, indem zuerst das tatsächliche Ziel geklärt wird
- Macht Optionen sichtbar, die durch den Fokus auf naheliegende Lösungen übersehen wurden
- Verwandelt vage Absichten wie „Ich sollte X verbessern“ in konkrete nächste Schritte
- Funktioniert sowohl für deine eigene Reflexion als auch zur Begleitung anderer
Diese Fragen stellt Reflacto
Reflacto übersetzt die Methode in diese konkreten Reflexionsfragen:
- 1Was ist das Ziel, das du in dieser Situation erreichen willst?
- 2Wie sieht die aktuelle Realität aus?
- 3Welche Optionen stehen dir zur Verfügung?
- 4Bewerte jede Option: Was sind die Vor- und Nachteile?
- 5Welche Option wirst du wählen und was sind deine nächsten Schritte?
- 6Was ist dein nächster Schritt?
Häufige Fragen zum GROW-Modell
Wofür stehen die vier Buchstaben in GROW?
- Goal, Reality, Options, Way Forward — also Ziel, Ist-Zustand, Optionen und nächster Schritt. Die Reihenfolge ist der eigentliche Inhalt des Modells: Erst wenn Ziel und Ist-Zustand ausgesprochen sind, entstehen Optionen, die zum tatsächlichen Problem passen statt zum vermuteten.
Warum wird der Reality-Schritt am häufigsten übersprungen?
- Weil er unangenehm ist. Beim Ist-Zustand kommt zur Sprache, was man schon versucht hat, was nicht funktioniert hat und welchen Anteil man selbst daran hat. Wer diesen Schritt abkürzt, entwickelt anschließend Lösungen für ein Problem, das er vermutet — und wundert sich, dass sie nicht greifen.
Kann ich GROW allein nutzen, ohne Coach?
- Ja, wenn du die Antworten aufschreibst statt sie nur zu denken. Der Effekt kommt aus der Reihenfolge der Fragen, nicht aus der zweiten Person. Was allein fehlt, ist der Widerspruch: Niemand fragt nach, wenn du bei Reality etwas auslässt. Deshalb ist die schriftliche Form wichtiger, wenn du ohne Gegenüber arbeitest.
Was mache ich, wenn mir bei Options nichts einfällt?
- Trenne Sammeln von Bewerten und erzwing die Menge zuerst — mindestens fünf Optionen, ausdrücklich auch offensichtlich schlechte. Bewertung im selben Moment ist der Grund, warum die Liste leer bleibt. Wenn es dann noch hakt, hilft die Frage: „Was würde ich jemand anderem in dieser Lage raten?" Für andere fällt uns fast immer mehr ein.
Herkunft und Reflactos Anpassung
Das GROW-Modell wurde in den 1980er-Jahren von Sir John Whitmore und Kollegen entwickelt, darunter Graham Alexander und Alan Fine, und später in Whitmores Buch Coaching for Performance dokumentiert.
Auch bekannt als: GROW-Coaching-Modell, Goal-Reality-Options-Way Forward
Was Reflacto verändert hat
Whitmores Modell hat vier Schritte. Reflacto teilt es in sechs Fragen auf, trennt das Sammeln von Optionen vom Abwägen ihrer Vor- und Nachteile und macht aus dem abschließenden „Will“-Schritt sowohl eine konkrete Entscheidung als auch einen nächsten Schritt.
Primärquellen und weiterführende Hinweise
- Performance Consultants: das GROW-ModellenDie von Sir John Whitmore gegründete Coaching-Organisation erklärt das Modell und seine Geschichte.
- Performance Consultants: Sir John WhitmoreenDie Urheberorganisation dazu, wie Whitmore und Kollegen GROW in den 1980er-Jahren entwickelten.
- Coaching-Magazin: das GROW-ModellEin deutsches Coaching-Fachmagazin beschreibt die vier Phasen und ihren Ursprung bei Whitmore.
Redaktionell geprüft von Daniel Schmeiß
Letzte inhaltliche Prüfung: 23. August 2026
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