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Was? Was bedeutet das? Was nun?

Erfahrung allein führt nicht automatisch zu Lernen. Die Methode trennt Beschreibung von Deutung, arbeitet die Bedeutung des Erlebten heraus und übersetzt die Erkenntnis in eine bewusste zukünftige Handlung.

  • Konkrete Erfahrung
  • Bedeutung und Erkenntnis
  • Zukünftige Handlung

Was ist die „Was? Was bedeutet das? Was nun?“-Methode?

Das dreistufige Reflexionsmodell hilft, eine konkrete Erfahrung zunächst zu beschreiben, anschließend ihre Bedeutung zu untersuchen und daraus eine bewusste zukünftige Handlung abzuleiten. Reflacto gliedert einzelne Phasen in zusätzliche Fragen, behält aber diese drei Schritte bei.

  1. Was?

    Beschreibe Kontext, beobachtbare Ereignisse, Ergebnis und deine eigene Reaktion. Halte Tatsachen, Gedanken und Gefühle voneinander getrennt.

  2. Was bedeutet das?

    Untersuche Annahmen, Folgen, Muster und andere mögliche Perspektiven. Verdichte die Analyse zu einer konkreten Erkenntnis.

  3. Was nun?

    Leite ein konkretes Verhalten oder kleines Experiment für eine ähnliche zukünftige Situation ab.

Konkretes Praxisbeispiel

Eine Teamleitung wertet eine Projektplanung aus, bei der wichtige Risiken zu spät sichtbar wurden.

  1. Was?

    Im Planungstermin am Montag stellte ich einen Zeitplan vor, bevor ich nach wichtigen Rahmenbedingungen fragte. Zwei Risiken wurden erst nach der Einigung sichtbar. Ich stand unter Zeitdruck und deutete das Schweigen im Raum als Zustimmung.

  2. Was bedeutet das?

    Meine Eile verengte die Diskussion. Schweigen bedeutete nicht zwangsläufig Zustimmung; das Team brauchte eine deutlichere Einladung, sein Wissen einzubringen. Meine wichtigste Erkenntnis: Erst Einschränkungen sichtbar machen, dann einen Plan formulieren.

  3. Was nun?

    Im Abstimmungstermin am Donnerstag frage ich jeden Bereich nach einer wichtigen Einschränkung, bevor ich einen Zeitplan vorschlage. Danach gebe ich allen zwei Minuten für eine stille Prüfung.

Illustratives Beispiel: Je nach Erfahrung können andere Deutungen und nächste Schritte ebenso sinnvoll sein.

Wann diese Methode hilft

Nutze die Methode nach einem konkreten Ereignis, Gespräch oder einer Entscheidung, die dich überrascht hat, weiter beschäftigt oder deren Ergebnis du verstehen und beim nächsten Mal anders gestalten möchtest.

Grenzen und Warnsignale

Durch ihre Einfachheit kann die Reflexion oberflächlich bleiben. Nutze in der So-What-Phase konkrete Belege und andere Perspektiven. Bei Schaden, Sicherheitsrisiken, Diskriminierung oder ernsten Konflikten ersetzt Selbstreflexion weder Feedback und Untersuchung noch qualifizierte Unterstützung.

Wo Reflacto diese Methode einsetzt

Wähle die Situation, die du reflektieren möchtest:

Wichtigste Vorteile

  • Trennt beobachtbare Ereignisse von der Bedeutung, die du ihnen gegeben hast
  • Macht Annahmen, Muster und andere Perspektiven leichter prüfbar
  • Verdichtet die Reflexion zu einer Erkenntnis für ähnliche Situationen
  • Endet mit einem konkreten Verhalten oder Experiment statt mit einer vagen Absicht

Diese Fragen stellt Reflacto

Reflacto übersetzt die Methode in diese konkreten Reflexionsfragen:

  1. 1Was? Was ist passiert? Beschreibe die Situation und ihr Ergebnis so konkret wie möglich.
  2. 2Was hast du gedacht und gefühlt, und wie hast du reagiert?
  3. 3Was bedeutet das? Warum ist diese Erfahrung bedeutsam, und wie erklärst du sie dir heute?
  4. 4Was ist deine wichtigste Erkenntnis aus dieser Erfahrung?
  5. 5Was nun? Was wirst du in einer ähnlichen Situation anders machen?

Häufige Fragen zu „Was? Was bedeutet das? Was nun?“

Wie unterscheidet sich die Methode von GROW?

GROW beginnt mit einem Ziel und hilft dir, von der aktuellen Realität einen Weg dorthin zu finden. „Was? Was bedeutet das? Was nun?“ beginnt mit einer bereits gemachten Erfahrung und fragt, was du daraus lernen kannst. Wähle GROW, wenn du ein Problem lösen möchtest; wähle diese Methode, wenn du eine Erfahrung verstehen musst, bevor du entscheidest, wie sie dein zukünftiges Handeln verändern soll.

Was gehört in die Phase „Was?“?

Kontext, beobachtbare Ereignisse, deine Rolle, weitere Beteiligte und das Ergebnis. Gedanken und Gefühle sind ebenfalls wichtig, sollten aber als deine innere Reaktion erkennbar bleiben und nicht als Fakten über die Absichten anderer erscheinen. Die Disziplin dieser Phase lautet: erst beschreiben, dann erklären.

Wie verhindere ich, dass „Was bedeutet das?“ zum Grübeln wird?

Wechsle vom Wiederholen des Ereignisses zum Prüfen seiner Bedeutung. Frage, welche Annahme deine Reaktion geprägt hat, was eine andere beteiligte Person gesehen haben könnte, welche Folge entstand und welchem Muster die Situation ähnelt. Wenn ein Gedanke weder eine klarere Erklärung noch eine brauchbare Erkenntnis liefert, braucht er vermutlich keine weitere Runde.

Was macht ein hilfreiches „Was nun?“ aus?

Ein hilfreicher nächster Schritt benennt ein Verhalten, eine Situation, in der du es ausprobierst, und beobachtbare Hinweise auf seine Wirkung. „Besser kommunizieren“ ist eine Absicht; „im Planungsmeeting am Donnerstag jede Funktion nach einer Einschränkung fragen, bevor ich einen Zeitplan vorschlage“ ist ein Experiment, das du auswerten kannst.

Herkunft und Reflactos Anpassung

Terry Borton stellte die drei Fragen 1970 in seinem Buch Reach, Touch, and Teach vor. John Driscoll entwickelte sie später zu einem Modell für reflektierte Praxis weiter; weitere Autorinnen und Autoren veröffentlichten eigene Anpassungen.

Auch bekannt als: What? So What? Now What?, Borton-Reflexionsmodell, Driscoll-Reflexionsmodell, Drei-W-Modell

Was Reflacto verändert hat

Reflacto übersetzt die drei Phasen in fünf Fragen: beobachtbare Erfahrung, eigene Reaktion, Bedeutung des Ereignisses, eine verdichtete Erkenntnis und eine konkrete zukünftige Handlung. Die getrennten Fragen nach Reaktion und Erkenntnis sind eine Ergänzung von Reflacto.

Primärquellen und weiterführende Hinweise

Redaktionell geprüft von Daniel Schmeiß

Letzte inhaltliche Prüfung: 23. August 2026

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