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Ärger mit Kollegen: Was tun?

Worum geht es mit deinen Kolleg:innen?

Nur für dich: Du bereitest dich vor, und was du schreibst, bleibt auf deinem Gerät.

Nichts dabei? Dann fang offen an. Die freie Reflexion hilft dir, Ziel, Lage und einen nächsten Schritt zu klären.

Wenn du gemobbt, belästigt oder bedroht wirst, oder wenn dich die Situation krank macht, hol dir zuerst Unterstützung: bei deiner Führungskraft, beim Betriebsrat, bei HR, einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle. Eine Reflexion ersetzt das nicht.

Du siehst diese Person jeden Tag. Wenn du etwas ansprichst und es schiefgeht, sitzt ihr morgen trotzdem wieder nebeneinander. Also schluckst du es runter, bis es dich bei jeder Kleinigkeit ärgert. Ein kurzes, vorbereitetes Gespräch ist meist leichter auszuhalten als Wochen voller Ärger, den du mit dir herumträgst.

Sprich über einen konkreten Moment. „Du bist unzuverlässig“ ist ein Urteil, gegen das sich jede:r wehrt. „Die Zahlen für den Bericht kamen am Donnerstag statt am Dienstag, und ich musste die Abgabe verschieben“ beschreibt eine Situation, ein Verhalten und eine Wirkung. So ist die SBI-Methode aufgebaut. Danach fragst du, wie es von der anderen Seite aussah.

Klär es erst zu zweit. Unter Kolleg:innen hat keine Seite das letzte Wort. Ein Gespräch unter vier Augen gibt der anderen Person die Chance, etwas zu ändern, bevor andere davon wissen. Erst wenn das nicht reicht, holst du deine Führungskraft dazu.

So kannst du es sagen

  • Ein Kollege lässt Arbeit liegen

    „Die Zahlen für den Monatsbericht kamen diese Woche erst am Donnerstag. Ich musste die Abgabe verschieben und das dem Kunden erklären. Was hat dich aufgehalten, und wie bekommen wir das nächsten Monat bis Dienstag hin?“

  • Eine Kollegin unterbricht dich im Meeting

    „Im Teammeeting heute hast du mich zweimal unterbrochen, als ich den Zeitplan vorgestellt habe. Ich habe danach den Faden verloren und den Rest nur noch abgekürzt. Lass mich bitte ausreden. Wenn du etwas ergänzen willst, sag es danach.“

  • Alle kommen mit ihren Fragen zu dir

    „Ich helfe dir gern bei der Auswertung, aber diese Woche schaffe ich es nicht. Ich muss bis Freitag das Angebot fertig machen. Ich kann dir am Montag eine halbe Stunde zeigen, wie ich es mache. Passt dir das?“

  • Jemand hat dir aus der Patsche geholfen

    „Dass du gestern Abend noch die Präsentation gegengelesen hast, hat mir den Termin gerettet. Den Rechenfehler auf Folie vier hätte ich selbst nicht mehr gefunden. Danke dir.“

Häufige Fragen

Was tun, wenn ein Kollege seine Arbeit nicht macht?

Sprich ihn zuerst selbst an, mit einem konkreten Beispiel und der Folge für deine Arbeit. Frag, was dahintersteckt: Vielleicht ist er überlastet oder wusste nichts von der Frist. Ändert sich danach nichts, darfst du es deiner Führungskraft sagen. Bleib dabei bei dem, was du selbst beobachtet hast.

Wie gehe ich mit Kollegen um, die ich nicht leiden kann?

Ihr müsst euch nicht mögen, um gut zusammenzuarbeiten. Überleg, was dich an der Zusammenarbeit konkret stört, und trenne das von dem, was dich an der Person stört. Über das Erste könnt ihr reden. Beim Zweiten hilft es, freundlich und sachlich zu bleiben.

Soll ich zur Führungskraft gehen oder es selbst klären?

Erst selbst, wenn es um eure Zusammenarbeit geht. Geht es um Mobbing, Belästigung oder einen Verstoß gegen Regeln, sprichst du direkt mit deiner Führungskraft, dem Betriebsrat oder HR. Gehst du später doch zur Führungskraft, sag deinem Kollegen vorher, dass du das tust.

Wie sage ich Nein, wenn Kollegen ständig etwas von mir wollen?

Sag, woran du gerade arbeitest und bis wann. Dann wird dein Nein nachvollziehbar. Biete an, was du stattdessen kannst: später, weniger oder eine kurze Einführung, damit die Person es künftig selbst macht.